14.12.2024
Die zarten Keramikblüten in Weiß und Hellgelb sahen dem Original im Topf daneben zum Verwechseln ähnlich: die Christrosen aus bemaltem Ton waren einer der Renner bei den vielen wunderschönen, handgemachten und immer wieder verblüffenden Geschenkideen, die den Winkeler Weihnachtsmarkt am vergangenen Adventswochenende zu etwas ganz Besonderem machten. Chili-Salze in allen Farben aus im Rheingau angebauten Chilis, leckere Müsli in vielen Sorten, wunderschöne, handgemachte Weihnachtskarten, gefilzte Hausschuhe, Mini-Lichter-Gläser, mit Servietten-Technik verziert, Etageren aus antikem Kaffee-Geschirr in allen möglichen Formen und Farben – gleich an mehreren Ständen – und die dazu passenden, handgemachten Pralinen, Brotkörbchen, Taschen, Kulturbeutel und vieles mehr, alles aus ausgedienten Jeans handgenäht, filigran gefaltete Papiersterne in allen Größen und durchaus auch mal mit Gesangbuch-Liedzeilen, vor Ort von Kindern gebastelte Armbänder, bemalte Steine von der Gruppe Rheingausteine für den guten Zweck und eine ganze Kolpinggarde, die zur Finanzierung neuer Kostüme Plätzchen gebacken und Weihnachtskarten gebastelt hatte – die Auswahl war beeindruckend kreativ und vor allem vielfach sehr nachhaltig, weil ausgediente Gegenstände hier ein ganz neues Comeback erlebten.
„Der Weihnachtsmarkt in Winkel ist aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken und gehört unbestritten zu den schönsten im Rheingau“, lobte Bürgermeister Carsten Sinß bei der offiziellen Eröffnung des Marktes. Zum ersten Mal hatte Silke Stavridis die Leitung des Organisationsteams übernommen und bekam dafür nicht nur vom Rathauschef viel Lob. Sie hatte ihre ganze Familie mit eingebracht: Ehemann Pavlos spielte den Nikolaus, der den Kindern an beiden Markttagen Geschenke aus seinem Sack überreichte, die jüngste Tochter bastelte Armbänder an einem Verkaufsstand und die ältere Tochter hatte ihre Tanzgruppe mitgebracht und einen Premierenstand aufgebaut. Hilfestellung bei der Suche nach passenden Ausstellern habe Adi Seitz gegeben, der zu Ostern den Frühjahrsmarkt und in diesem Jahr auch einen Herbstmarkt organisiert und gute Kontakte zu Kunsthandwerkern hat.

So konnten die Besucher an über drei Dutzend Ständen handgemachte und ausgefallene Geschenkideen bewundern und auch kaufen. Am Samstag und Sonntag kamen Hunderte Besucher nach Winkel und drängten sich zwischen den vielen Ständen. Begeistert waren die Gäste auch vom neu gestalteten Gelände rund um die Brentanoscheune. „Zum ersten Mal können wir das neu gestaltete Außengelände jetzt für ein Event nutzen“, freute sich auch Bürgermeister Sinß.
Zum dritten Mal waren auch im Hof des benachbarten Brentanohauses Stände mit ausgesuchtem Angebot zu finden. Die Idee, den Weihnachtsmarkt zu „entzerren“ und das Areal zu vergrößern, sei während der Corona-Pandemie entstanden. Um den Besuchern den Überweg von der Brentanoscheune in den Hof des Brentanohauses sicher zu gewährleisten, hatte das Ordnungsamt der Stadt den Verkehr in der Hauptstraße im Bereich zwischen Schillerstraße und Goethestraße gesperrt.
An den Ständen gab es Geschenkideen und Dekorationen in Hülle und Fülle zu kaufen. Das freute auch Silke Stavridis: „Zwar haben wir viele treue Standbetreiber, aber auch einige neue hinzugewonnen“. Überhaupt war das Angebot wieder riesig: Von selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen, Tee, handgemachten Pralinen, Honig, Kaffee, Bienenwachskerzen, Büchern, Tassen, über handgenähte Duftherzen, Filzschmuck, Kissen, Schmuck in Gold, Silber und Glas bis hin zu liebevoll gestalteten Holzarbeiten und Holzspielzeug, Engeln in allen Größen und Ausführungen und Kerzenständern, Bastelarbeiten und ausgefallenen Handarbeiten aller Art war für jeden Geschmack das Richtige zu haben. Im Hof der Brentanoscheune erwartete das Lagerfeuer die Gäste und ein buntes Karussell. Hier gab es viele Stände mit Essen und Trinken, betrieben von Winkler Vereinen. Das durchaus kalte Wetter sorgte dafür, dass Glühwein, Punsch, Kartoffelpuffer, Waffeln und Bratwurst noch mal so gut schmeckten. Und auch im Hof des Brentanohauses konnte man Winzerglühwein und kleine Speisen genießen. Wer es lieber warm und trocken mochte, war im Café in der Scheune richtig, wo Kaffee und Kuchen lockten.

Auf der Bühne in der Brentanoscheune gab es an beiden Markttagen ein Unterhaltungsprogramm mit vielen Höhepunkten. Vor allem die Oestrich-Winkler Vereine gestalteten dieses Programm mit und so konnten die Besucher schon zur Markteröffnung am Samstag ein weihnachtliches Konzert mit dem Orchester Allround erleben. Süß war auch der Auftritt des kleinen Kinderchores des Orchesters, der mit „In der Weihnachtsbäckerei“ die Brentanoscheune zum Beben brachte. Am Sonntag brachte das Mandolinenorchester Winkel ein kleines Weihnachtskonzert zu Gehör. Später spielte noch die Stadtkapelle Oestrich-Winkel auf. Außerdem gab es als besonderes „Schmankerl“ eine Lesung und Autogrammstunde mit dem Rheingauer Krimi-Autor Roland Stark.